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Samhathi Deutschland -
24. 3. 2007 |
Liebe Mitglieder,
liebe MIF und MIC Sponsoren,
liebe Samhathiunterstützer!
Es ist mir eine ganz besonders große Freude, dieses Jahr in unserem Samhathi Jahresbrief ein paar Worte zu schreiben, denn was vor 2 Jahren noch ein Traum war und vor einem Jahr gerade anfing Gestalt anzunehmen, ist 2006 Realität geworden. Es gibt dieses Kinderheim „Jnanapeet“ wirklich. An die 70 Kinder beleben es. Wir konnten hautnah diese wunderbare Energie spüren, die von diesen Kindern ausging. Ich habe noch nie Kinder erlebt, die trotz ihrer Diszipliniertheit und des Respekts, den sie Erwachsenen entgegenbringen, so spontan und herzlich sein können. Alle elf unseres Samhathi-Österreich Teams, die zur Eröffnung von Jnanapeet kamen, waren berührt davon und fanden sofort trotz Sprachbarrieren herzlichsten Kontakt zu ihnen. Wir malten, tanzten und spielten mit „unseren“ Kindern. Doch am allerwichtigsten war die Tatsache, dass wir durch diese Initiative hunderten, ja vielleicht einmal tausenden Kindern die Chance geben, einen ordentlichen Beruf zu ergreifen und somit an dem wirtschaftlichen Aufschwung Indiens teilhaben zu können. Angespornt durch die inständige Frage der Kinder, die noch ohne persönlichen Paten waren, „Who is my sponsor?“ haben wir uns nach unserer Rückkehr aus Indien, erneut intensiv auf Sponsorensuche begeben und jetzt habe ich die ganz große Freude schreiben zu können, dass wir für alle 70 Kinder, die zur Zeit im „Hort der Weisheit“ (wie „Jnanapeet“ auf deutsch heißt) Menschen gefunden haben, die nicht nur für ihre Ausbildung finanziell aufkommen, sondern auch zu diesen Kindern entweder schon persönliche Verbindung aufgenommen haben (Weihnachtspäckchen) oder dies vorhaben in Zukunft zu tun. Auch vom großen Fleiß dieser Kinder konnten wir uns überzeugen, die unter den bescheidensten Umständen (es gab zu der Zeit noch keine Einrichtung) ihre Aufgaben in 3 Sprachen (Malayalam, Hindi und Englisch) am Boden mit Hingabe verrichtet haben.
Beim Besuch der 40 MIF Familien, die ich besuchte, kam mir erneut zu Bewusstsein, wie wichtig für sie unsere/ Eure/Ihre fortlaufende Unterstützung ist, nicht nur reell (viel Positives ist mit dem Geld schon geschehen), sondern auch seelisch, denn sie wissen dadurch, dass sie in ihrer Not nicht vergessen sind.
Sehr positiv sind uns auch die DESWOS Häuser aufgefallen, die im Zusammenhang mit Regenwasseraufbereitungsanlagen, eine ungeheure Verbesserung der Lebensqualität der Fischer darstellen, die vorher in ewig feuchten, aus Palmenblättern geflochtenen Hütten leben mussten.
Die Schreinerei, gesponsert von der Gemeinde Neufahrn, wird nicht nur vielen jungen Menschen die Möglichkeit geben, einen handwerklichen Beruf zu erlernen, sondern diente auch unseren Kindern als vorübergehende Unterkunft bevor sie in „Jnanapeet“ einziehen konnten. Nie werde ich diesen Umzug vergessen, bei dem jedes Kind bei Betreten ihrer neuen Bleibe von uns ein paar duftende Jasminblüten bekam, es anschließend eine kurze religiöse Feier gab, und der Abschluss ein lustiges Fest war, wobei gesungen, getanzt und gegessen wurde. Dabei wurde erneut ersichtlich welch herzlich direkten Zugang Father Jacob trotz seiner Authorität zu den Kindern hat. Er saß mitten unter den Kindern und sang und klatschte mit. Auch eine andere Szene wird mir ewig in Erinnerung bleiben. Mein Patenkind Joby bat mich ihn zu segnen. Ich war im Moment verwirrt, weil ich dachte, diese Handlung sei Priestern vorbehalten, doch er enthob mich sofort jeder Verlegenheit, indem er sich niederkniete, meine Füße berührte, um sich dann sofort wieder zu erheben. Dasselbe sah ich bei unserer Tanzgruppe von 6 Mädchen, die bevor sie, wunderschön geschminkt und gekleidet, in ihre Schule zum Wettbewerb fuhren, den Segen ihrer Tanzlehrerin einholten.
Wie läppisch und bedeutungslos macht sich dagegen unser Daumenhalten aus!
Zum Abschluss möchte ich unbedingt all jenen von Herzen danken, die mit unermüdlicher Energie zum Gelingen dieses so nachhaltigen Projekts, wie es „Jnanapeet“ darstellt, beigetragen haben: ADA (Austrian Development Agency), die 47% vom Bau finanziert hat, Peter Pressnitz , 2.Vorsitzenden von Samhathi-Österreich und Projektleiter, der neben seinem Beruf unglaublichen Einsatz bewiesen hat, Elfriede Siegert, meine Cousine und Samhathi Buchhalterin, deren Know-how nicht nur garantiert, dass die Spendengelder gut verwaltet werden, sondern mit Herz und Seele, beträchtlichen privaten Spenden und 2 Patenschaften Jnanapeet unterstützt, Ursula Flüeck, ohne die es Samhathi ja gar nicht gäbe, und die auch nicht ermüdete, Spendengelder und Sponsoren im deutschen Raum aufzutreiben, den beiden Elisabeths, Marianne und Martin, alle 4 von der Kinderabteilung des Mödlinger Krankenhauses, die sich jetzt unter dem Eindruck des in Indien Erlebten mit aller Kraft zusammen mit ihrem Chef für ein Gesundheitsprojekt im Rahmen von Samhathi stark machen, den beiden Renates, die jeder auf ihre Weise, sehr Wertvolles leisteten, und nicht zuletzt Franz und Domi, die, vorher noch Samhathi fernstehend, genauso spontan wie sie sich zur Reise entschlossen hatten, auch 2 Kinder aussuchten, und auch weiterhin für Samhathi aktiv sind, nicht zu vergessen die vielen lieben Menschen und Institutionen, die durch ihre großzügige Spende Jnanapeet zum Leben verholfen haben.
Und wenn ich schon beim Danken bin, möchte ich auf keinen Fall verabsäumen, allen MIC und MIF Sponsoren und natürlich auch allen jenen, die Samhathi in irgend einer Weise unterstützt haben bzw. noch unterstützen von Herzen zu danken. Seien Sie /seid versichert, dass Ihr/Euer Geld wirklich zum Wohl der Fischerbevölkerung Keralas verwendet wird.
Zum Abschluss möchte ich noch hinweisen, dass Samhathi-Österreich mit Hilfe der Grafikerin Babsi Peyer und der Fa.Druckwerker mit meinen Fotos einen sehr schönen Geburtstagskalender produziert hat, dessen Verkauf um 10 Euro auch wieder unseren Projekten zukommt. Er ist im Internet unter unserer Website (www.samhathi.de bzw. www.samhathi.at) zu sehen und zu bestellen. Wir haben auch gerade eine Sendung entzückender von unserer Näh- und Stickwerkstatt hergestellter Samhathi Elefanten bekommen, die sich sehr freuen würden, Liebhaber zu finden. Sie wären besonders für den Verkauf an Tagen der Offenen Tür an Schulen für den Indienstand geeignet.
Jetzt habe ich aber das Wichtigste meinem Computer in Marbella, wo ich zur Zeit als Animateurin arbeite, anvertraut, und hoffe sehr, dass Sie/Ihr die Geduld und die Zeit in dieser geschäftigen Zeit aufbringen/aufbringt, meinen und die anderen allesamt sehr aufschlussreichen interessanten Berichte zu lesen, damit wir die Gewissheit haben können, unsere wichtige Aufgabe mit einem breiten Konsens weiterverfolgen zu können.
Gerda Madl,
1. Vorsitzende
Samhathi-Österreich
Bericht von Samhathi-Deutschland, Stand Weihnachten 2005
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