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Kinder im Kinderhaus Jnanapeet

Einweihung des Kinderhauses "Jnanapeet"

Das Kinderhaus namens "Jnanapeet", das auf Sanskrit "Ort der Weisheit" bedeutet, ist das Ergebnis der Zusammenarbeit der hochprofessionell arbeitenden indischen Organisation mit der österr. Partnerorganisation aus den  Mitteln der "Tsunami"-Hilfe der ADA (Austrian Development Agency) einer Organisation der österr. Bundesregierung. Genauso wichtig für das Zustandekommen war aber auch die Unterstützung von Großsponsoren und von der deutschen Schwesterorganisation. Baubeginn des Heimes war  September 2005.

Am 2.10. dieses Jahres ist es nun von keralesischen Politikern (Minister und Honoratioren), sowie von der stellvertretenden österreichischen Botschafterin in Neu Delhi, Frau Dr. Paschinger, eröffnet worden. Dazu kam unsere "österreichische" Delegation, bestehend aus 11 Personen. Die Besucherzahl am Eröffnungstag soll insgesamt  mehr als 1.200 Personen betragen haben.

Die Zeremonie war sehr feierlich, farbenfroh und aufwändig. Sie hat durchaus dem entsprochen, was  indische Filme von Feiern vermitteln. Das weitaus Berührendste waren / sind aber die Kinder und die Begegnung mit ihnen. Das liegt nicht nur in der Dankbarkeit  für eine außergewöhnliche Bildungschance, die diese derzeit 64 Kinder (im Alter etwa zwischen 7 und 14) aus den ärmsten Fischerfamilien für sich sehr wohl realisieren. In meiner Wahrnehmung gibt es generell  eine zwischenmenschliche Kultur der Menschen von Kerala, die sich trotz (oder gerade wegen?) der  von erheblich größerer materieller Armut und sozialen Unterschieden geprägten Gesellschaft von unserer merklich unterscheidet.  Ich habe noch nie so viel Freundlichkeit, Lachen, Interesse und offene Gesichter wie bei diesen Kindern an einem Ort gesehen. Die Lernziele der Kinder sind aber trotzdem sehr ambitioniert und ihr Tagesablauf ist strikt geregelt. Letzter scheint mir im Vergleich zu jenem  der Kinder in unserer Gesellschaft doch um  einiges fordernder. Dafür gibt es die bei uns typischen  Konsumangebote nicht oder nur minimal (z.B. 1 h Fernsehen am Sonntag). Im Haus  sollen letztlich 80 Kinder Platz finden mit einer deutlichen Gewichtung des Mädchenanteiles (60-70%). Diese Ausrichtung ist angesichts der vorhandenen strukturellen Benachteiligung der Frauen in Indien besonders bedeutsam, und entspricht der Vorreiterrolle der Organisation, die deren Leiter, Father Anthony Jacob, ihr zumessen will.

Das 2-stöckige, weitläufige Gebäude ist - auch an unseren Verhältnissen gemessen - solide und mit sehr gutem Material gebaut. Wegen des Monsuns, der um einiges heftiger als unser guter, alter „Landregen“ ausfällt (wie wir uns ein paar Tage nach Vollmond  selbst überzeugen konnten), rechnen unsere Freunde von Samhathi, dass das von den Kindern schon bezogene Heim Anfang November  zu 100 % „betriebsfertig“ ist. 

Bezüglich der anfallenden, laufenden Kosten des Heimbetriebes einschl. des 4 -5-köpfigen Personals (Heimleiterin + Stellvertreter/in, Hauswart, Küchenpersonal) gibt es eine äußerst gute Nachricht. Das Budget hat  eine nahezu 100%ige Finanzierung der laufenden Kosten aus den Geldern  europäischer, vor allem österreichischer und deutscher, Sponsoren der Kinder vorgesehen. Nach diesem Konzept verfügt jedes Heimkind über „seinen“ Sponsor/in, welche/r bereit ist, für einen mehrjährigen Zeitraum auch die für unsere Verhältnisse nicht so geringe Summe von € 30 monatlich für die Unterbringung und Erhalt eines Kindes zu zahlen.

Schien es etwa vor einem halben Jahr noch sehr schwierig, bei uns SponsorInnen  zu finden, hat sich diese Situation glückhaft verkehrt; d.h.  nahezu jedes der 64 Kinder ist „finanziert“ und wir gehen davon aus, dass im Zielstadium alle 80 Kinder eine/n Sponsor/in haben. Diese positive Entwicklung ist zu einem Gutteil auf die unermüdliche Überzeugungs- und PR-Arbeit der Vorsitzenden der österr. und deutschen Partnerorganisation, Gerda Madl, und der Finanzmanagerin, Elfi Siegert, zurückzuführen. Letztlich ist es die Bereitschaft der Sponsoren, in die Zukunft  hochbegabter Kindern einer äußerst armen Bevölkerungsschicht eines Entwicklungslandes zu investieren, und vielleicht auch die notwendige Portion Glück, welche uns überhaupt bei dem ganzen Projekt begleitet hat.

Zum Abschluss: alle Mitfahrer- und Mitfahrerinnen aus Österreich haben ähnlich beeindruckende Erlebnisse im Umgang mit diesen Kindern gehabt. Vielleicht war es diese Erfahrungen, die es unseren Leuten erlaubten, aus leichtem Herzen ihre Fertigkeiten/Kenntnisse – Musik, Tanz, Malen - für gemeinsamen Freudeerlebnissen/Workshops mit den Kindern  bis hin zur Lösung von Spezialthemen wie „Organisations-/Gesundheitsfragen, Übernahme von Patenschaften“ einzubringen. In diesem Sinne war das „innere“ Thema dieser Reise vielleicht die Zuwendung zu anderen und schon deshalb ein voller Erfolg. Alle Teilnehmer – auch ohne Vereinsfunktionen bei Samhathi-Österreich -  haben sich auf ihre Weise für die Kinder eingebracht.  Weil das nicht selbstverständlich ist,  meine ich, dass  Martin, Marianne, den 2 „Elisabeths“, den 2 „Renates“, Franz & Dominique, Dank und Anerkennung gebührt. 

War die Verabschiedung von Elfi Siegert und mir als erste „Rückfahrergruppe“ durch das gesamte Samhathi-Team schon berührend, so entwickelte sich das gemeinsame Abschiedsessen mit den Kindern zu einem ausgelassenen Fest. Es endete spät mit erstaunlichen Tanz- und Musikbeiträgen und den so strahlenden Gesichtern der Kinder von „Janapeet“….
 

Peter Pressnitz,
SAMHATHI-Österreich

Spende in den Kinderfond

SAMHATHI bietet Ihnen die Möglichkeit in einen so genannten Kinderfond zu spenden. Das Geld wird verwendet, um allgemein Projekte zu unterstützen, welche die Kinder- und Jugendausbildung, sowie Jugendprojekte betreffen. Hier gelangen Sie zum Kinderfond-Formular (Bitte anklicken)

Patenschaft für ein Kind

Bereichern Sie Ihr Leben mit einer Patenschaft für ein Kind in unserem neuen Kinderheim! SAMHATHI sucht Paten für unsere Kinder, die ab Oktober 2006, dem voraussichtlichen Eröffnungstermin, die Ausbildung eines Kindes mit 30 EUR monatlich für 1 bis 8 Jahre übernehmen. Wir nehmen zu Beginn je 10 Kinder in 8 verschiedenen Schulstufen auf.

Da 30 EUR doch ein beträchtlicher Betrag monatlich sind, eignet sich eine Patenschaft besonders gut auch für Schulklassen, die für „ihr“ indisches Klassenkind zusammenlegen und so  soziale Kompetenz erlernen. Dies kann Teil eines fächerübergreifenden Projektunterrichts werden, der sicherlich als interessant empfunden wird und sogar mit einer Indienreise verbunden werden könnte.Unvergesslich wird den Schülern einer Theatergruppe des Christoph Scheiner Gymnasiums in Ingolstadt ihre Reise dorthin bleiben. Sie haben mit den Einkünften ihres Theaterspielens ein Lernzentrum SAMHATHIs unterstützt und wurden mit einmaliger Herzlichkeit empfangen und betreut.




Wenn Sie sich dazu entschließen, Pate eines Kindes zu werden, klicken Sie bitte das Formular "Ausbildung" an, füllen Sie es aus (digital oder schriftlich) und schicken Sie es an SAMHATHI-Deutschland oder SAMHATHI-Österreich zurück. In kurzer Zeit bekommen Sie dann Namen, Bild, Beschreibung des familiären Hintergrunds des Kindes das Sie mit Ihrem Dauerauftrag unterstützen. Sie könen den Grad Ihrer persönlichen Beziehung selbst bestimmen. Werden aber auf alle Fälle Nachricht bekommen.

Weitere Informationen:
Kinder-und Jugendentwicklungsprogramm
Auszüge aus Briefen
Schulpartnerschaft

Bericht von Samhathi-Deutschland, Stand Weihnachten 2005