Gesponsert von der Gemeinde Neufahrn in Niederbayern.
Ziel des Projekts:
Ziel ist es, für Schulaussteiger und andere arbeitslose Jugendliche aus den armen Fischerfamilien ein Ausbildungszentrum im Schreinereihandwerk mit integrierter Produktionsstätte zu errichten.
Es werden in einem Ausbildungszentrum derzeit ca. 25 Jugendliche pro Jahr unterrichtet. Theoretische und praktische Stunden werden getrennt voneinander in den dafür vorgesehenen Klassenzimmern und Werkstätten abgehalten. Die vorgeschlagene Ausbildungsdauer soll ein Jahr sein.
Kontext des Vorhabens:
Das Gebiet, in dem Samhathi zur Zeit tätig ist, liegt in der Alleppey-Cochin Küstenregion und erstreckt sich über 80 km. Der größte Bevölkerungsanteil zählt zu der traditionellen Fischergemeinde, die insgesamt verarmt ist und auf unmenschliche Art und Weise von Mittelsmännern und Geldverleihern ausgebeutet wird.
Der letzte Tsunami hat den Küstengürtel in Kerala verwüstet und dabei 17.000 Häuser zerstört. 20.000 Fischer verloren nicht nur ihre Arbeitsmaterialien, sondern alles, was sie je ihr bescheidenes Hab und Gut nennen konnten. Die Kinder sehen einer unsicheren Zukunft mit geringer Hoffnung entgegen.
Die Arbeitslosigkeit unter den Jugendlichen und Frauen in den Fischerdörfern ist zu einem schwerwiegenden Problem geworden. Nach dem Tsunami ist das Einkommen im Fischereisektor drastisch in den Keller gestürzt, da sich die Fischbestände immens reduzierten. Die Folge davon ist eine weitere Verschlechterung der Gesamtsituation in diesen Gemeinschaften.
Bereits vor dem Tsunami mussten die Familien über weite Strecken des Jahres unter Hungerbedingungen leben, da die gute Fischfangsaison nur etwa drei Monate dauert - doch der Tsunami zerschlug ihr letztes Fünkchen Hoffnung. Dennoch bleibt es Tatsache, dass das beträchtliche Potential dieser Frauen und Jugendlichen ungenutzt brach liegt und wegen einem Mangel an Entwicklungsmöglichkeiten verschwendet wird.
Projektbeschreibung:
Der Fischereisektor hat einen Überhang an Arbeitskräften und ist zudem stark saisonal. Das monatliche Einkommen eines Fischers liegt zwischen 14 EUR und 18 EUR in der guten Fischfangsaison und fällt während der Nebensaison auf bis zu 6 bis 8 EUR ab. Mit diesem Hungerlohn kann sich eine fünf- bis sechsköpfige Familie nicht einmal die grundlegendsten Notwendigkeiten des Lebens leisten.
Glücklicherweise bietet der Boom in der Bau- und Möbelindustrie im Mittleren Osten und in Indien sehr gute Möglichkeiten für Schreiner. Daher wurde vorgeschlagen, jeweils einjährige Schreinerausbildungen für Schulaussteiger und andere arbeitslose Jugendliche aus diesen Fischerfamilien durchzuführen. Für den Anfang sind die Einrichtungen für die Ausbildung von 25 Jugendlichen angelegt. Es wurde bisher eine provisorische Werkstatthalle mit Lager zur Holztrocknung, ein Ausstellungsraum und ein Büro gebaut, um mit der Ausbildung und Produktion beginnen zu können. Als nächstes sollen diverse Werkzeuge und anderes Equipment, wie z. B. eine Kreissäge gekauft werden.
Es gibt in der näheren Umgebung ausgebildete Schreinereifachkräfte, die als Trainer eingesetzt werden. Außerdem verfügt die Region über viel Holz, eine weitere gute Voraussetzung für das Projekt. Ein qualifizierter Schreiner kann zwischen 3 und 5 € pro Tag verdienen, was für indische Standards ein sehr gutes Einkommen darstellt.
Da Samhathi bereits über das notwendige Land verfügte, um die Gebäude und Lager zu errichten, wurde noch für den Bau finanzielle Hilfe benötigt. Die Gemeinde Neufahrn i. NB hatte im Jahr 2005 beschlossen, 5 Jahre lang dieses aussichtsreiche Projekt finanziell zu unterstützen. Dank der Spendenfreudigkeit von vielen Vereinen und Privatpersonen aus der Gemeinde Neufahrn und einer zusätzlichen Spende der Gemeinde Markranstädt konnte bereits Ende 2005 mit dem Bau begonnen werden. Am 2. Mai 2006 wurde das Projekt mit einer feierlichen Einweihungszeremonie im Beisein von Frau Ursula Flüeck ihrer Bestimmung übergeben und der Ausbildungsbetrieb mit den ersten 25 Jugendlichen aufgenommen.
Unerwartete Ausgaben während des Ausbildungsbetriebes werden von Samhathi Europa und Samhathi Indien durch Spendengelder und andere Sponsorenzuwendungen gedeckt. Für einen Teil der Ausbildungskosten werden die Studenten mit ihren Studiengebühren aufkommen.
Samhathi verfügt über Vorerfahrung in diesem Projektbereich und auch im Managment von Ausbildungszentren mit integrierten Produktionsstätten. Die Jugendlichen werden von den Mikro-Kooperativen der Frauen, der Fischer und der Jugendlichen ausgewählt, die die Anwärter sehr gut kennen. Nach der Ausbildung wird Samhathi den Jugendlichen dabei helfen, Arbeitsplätze zu finden oder kleine Schreinereibetriebe selbständig zu eröffnen. Die notwendige finanzielle Unterstützung in Form von (Klein-)krediten wird dazu durch die Samhathi-Volks-Bank (People´s Bank) bereitgestellt.
|